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Regionale und Lokale Windsysteme

Tagesperiodische Winde mit Richtungsumkehr

Land- Seewindzirkulation

Wasser und Land reagieren unterschiedlich auf die Sonnenstrahlung. Während die Wasseroberfläche den größten Teil der Strahlung reflektiert und sich nur langsam erwärmt, setzt die Landoberfläche die eintreffende kurzwellige Strahlung in langwellige Strahlung um und erwärmt sich rasch. Die Temperaturamplitude (-veränderung) liegt beim Meer nur in etwa bei 0,5°C. Beim Land kann die Temperaturamplitude sogar 15°C betragen. Die Seewinde dringen in Europa bis zu 50km auf den Kontinent vor, in den Tropen sogar bis zu 200km.

Die Erwärmung der Landoberfläche läßt die Luft aufsteigen und führt zu Tiefdruck in Bodennähe. Die Luftmassen des kühleren Meeres strömen Richtung Land.
Das Wasser als hervorragender Wasserspeicher hat seine Temperatur weitestgehend behalten und ist jetzt wärmer als die Landmasse. Der Wind dreht um.




Berg- und Talwind

In den Gebirgen entwickeln sich ähnliche Zirkulationen wie am Meer. Allerdings lassen sich zwei unterschiedliche Zirkulationen unterscheiden : die Hangwindzirkulation und die eigentliche Berg- Talwindzirkulation die parallel zu Längsachse des Tales von oberem zum unterem Ende verläuft. Hangaufwärtsgerichtete Winde werden als anabatische Winde und talabwärts als katabatische Winde bezeichnet.

Lage nach Sonnenaufgang : Einsetzen der Hangaufwinde Talabwind oder Bergwind aber noch im Gang, da die Luft im Tal noch kälter ist als in der Ebene. Ein absteigender Ast der Hangwindzirkulation speist zunächst noch den Talabwind.
Mit zunehmender Erwärmung erstirbt der Talabwind. Die Hangwindzirkulation sorgt allein für Windbewegung.
Gegen Mittag setzt der Talaufwind ein, der den Hangaufwind speist, aber auch Zufuhr aus der Hangwindzirkulation erhält.
Am späten Nachmittag ist allein der Talaufwind tätig.
Am Abend setzt der Hangabwind ein, dessen jetzt aufsteigender Ast über der Talmitte noch kurze Zeit den Talwind unterstützt.
Jetzt stellt sich eine gegenüber dem Vormittag umgekehrte Hangwindzirkulation ein.
Bei der Abkühlung in der Nacht setzt der Hangabwind ein der Zufluß vom Bergwind erhält
Gegen Morgen erfüllt der Bergwind das Tal. Bei Sonnenaufgang weht der Wind dann wieder wie bei Abb.5a beschrieben.




Reliefbedingte Fallwinde oder orographische Winde

Im Gegensatz zu Tageszirkulationswinden sind Fallwinde reliefbedingt. Sie treten auf den Leeseiten höherer Gebirge oder an den Steilabfällen hochgelegener Plateaus auf und werden durch den Charakter der Luft bei Auf- wie Abstieg bestimmt.(siehe dazu auch adiabatische Abkühlung im Kapitel Wolken).

Der wohl fast allen bekannte Fallwind ist der alpine Föhn, der auf der Abbildung rechts dargestellt wird.


Bei einem Druckgefälle von Italien nach Mitteleuropa werden die Luftmassen nordwärts in Bewegung gesetzt und an der Alpensüdseite zum Aufstieg gezwungen. Angenommen es wären 10ºC in 100m Höhe auf der Alpensüdseite mit etwa 70% relativer Luftfeuchte. Nach dem Aufsteigen kühlt sich die Luft zunächst gemäß dem trocken adiabatischen Gradienten von 1ºC/100m ab. Im 700m Niveau wird bei einer Temperatur von 4ºC das Kondensationsniveau erreicht. Bei weiterer Anhebung der Luft kommt es zu Wolkenbildung und Niederschlägen, dabei kühlt sich die Luft wegen der frei werdenden Kondensationswärme bis zu den Paßhöhen nur noch nach dem feucht adiabatischen Gradienten um 0,6º/100m abund erreicht so bei 2700m eine Temperatur von -8ºC. Nach überschreiten der Passhöhe steigt die Luft wieder ab und erwärmt sich wieder gemäß des trocken adiabatischen Gradienten. Im Alpenvorland erreicht die Lufttemperatur somit etwa 14ºC bei nur noch 30% relativer Luftfeuchte. Die Wolken lösen sich auf und der Südföhn tritt als warmer und sehr trockener Wind auf. Seine jetzt enorme Aufnahmekapazität für alle Formen der Feuchtigkeit haben ihm die Bezeichnung "Schneefresser" und "Traubenkocher" beschert. Beispiele für Föhnlagen bieten der französische Mistral (Rhonetal) und die Bora an der italienischen Adria.